Firmung von Mathias
als Aufnahme in die Katholische Kirche
Das Sakrament der Firmung
Wenn ein Erwachsener in die Römisch-katholische Kirche aufgenommen wird, hat die Firmung eine etwas andere Bedeutung als bei Jugendlichen.
🕊️ Was bedeutet die Firmung für Erwachsene?
Für Erwachsene ist die Firmung Teil der vollen Aufnahme in die Kirche.
Sie gehört zusammen mit:
Taufe (falls noch nicht erfolgt)
Eucharistie (Kommunion)
Firmung
👉 Diese drei Sakramente werden bei Erwachsenen oft in einer Feier gemeinsam gespendet.
🔥 Besonderheit bei Erwachsenen
Die Person hat sich bewusst und eigenständig für den Glauben entschieden
Die Firmung ist daher kein „Abschluss“ der Kindheit, sondern
👉 ein bewusster Schritt in die Gemeinschaft der Kirche
✨ Ablauf bei der Firmung eines Erwachsenen
Glaubensbekenntnis
– Der Erwachsene bekennt selbst seinen Glauben
Handauflegung durch den Bischof (oder Priester)
– Zeichen für den Heiligen Geist
Salbung mit Chrisamöl
– Worte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“
Eucharistie (erste Kommunion)
– Vollendung der Aufnahme in die Kirche
🕯️ Bedeutung
Für Erwachsene bedeutet die Firmung:
Vollständige Eingliederung in die Kirche
Stärkung durch den Heiligen Geist
Sendung, den Glauben im Alltag zu leben
Beginn eines bewussten christlichen Lebens
🧠 Kurz gesagt
👉 Die Firmung eines Erwachsenen ist kein „Ritual der Jugend“,
sondern ein entscheidender Schritt, vollständig zur katholischen Kirche zu gehören und den Glauben frei gewählt zu leben.
Meine Beweggründe zum Konfessionswechsel:
Im Laufe meines Lebens hat der Glaube für mich zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auch als evangelischer Christ hatte ich bereits einen starken und gefestigten Glauben, der mich geprägt und begleitet hat. Dennoch habe ich begonnen, mich intensiver mit meiner religiösen Identität auseinanderzusetzen und meinen bisherigen Glaubensweg zu reflektieren. Auf diesem Weg habe ich verschiedene Orte besucht, unter anderem die Lutherstadt Wittenberg mit der Schlosskirche, an der Martin Luther der Überlieferung nach seine 95 Thesen angeschlagen hat. Diese Auseinandersetzung vor Ort hat meinen Blick auf die Geschichte der Reformation noch einmal vertieft.
Dabei habe ich mich nicht nur mit den Unterschieden zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche beschäftigt, sondern mich auch kritisch mit einzelnen Aspekten der evangelischen Tradition auseinandergesetzt. Themen wie die sogenannte „Judensau“ in Wittenberg oder der Antisemitismus Martin Luthers haben bei mir Fragen und Zweifel ausgelöst und mich dazu gebracht, meinen eigenen Standpunkt zu überdenken. Diese intensive Beschäftigung hat letztlich dazu geführt, dass in mir der Wunsch gewachsen ist, meinen Glaubensweg weiterzuentwickeln und eine Entscheidung zu treffen, die sowohl meiner inneren Überzeugung als auch meiner aktuellen Lebenssituation entspricht.
Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg habe ich bereits vollzogen, indem ich am 10.02.2026 offiziell aus der evangelischen Kirche ausgetreten bin. Dieser Schritt war für mich kein leichter, sondern das Ergebnis eines längeren inneren Prozesses, der von Überlegung, Auseinandersetzung und persönlichem Wachstum geprägt war. Zugleich richtet sich mein Blick nach vorne: Am 20.06.2026 werde ich durch das feierliche Sakrament der Firmung in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen. Dieses Sakrament hat für mich eine große Bedeutung, da es meinen bewussten Entschluss zum katholischen Glauben bestätigt und mich zugleich stärkt, meinen Glaubensweg in der Gemeinschaft der Kirche weiterzugehen.
Ein wichtiger Grund für meinen Konfessionswechsel ist die Gemeinschaft und die persönlichen Erfahrungen, die ich in der katholischen Gemeinde gemacht habe, insbesondere im Pfarrverband Spiegelau, zu dem auch die Gemeinde in Riedlhütte gehört. Ich habe dort eine offene, unterstützende und lebendige Gemeinschaft erlebt, in der ich mich willkommen und aufgehoben fühle. Besonders prägend ist auch meine Lebenssituation mit meiner zukünftigen katholischen Ehefrau. Unser gemeinsamer Glaube spielt eine große Rolle in unserem Alltag und stärkt unsere Beziehung. Da unsere Kinder katholisch getauft werden, sind auch familiäre Aspekte für mich sehr bedeutsam. Es ist mir wichtig, als Familie denselben Glauben zu leben und gemeinsam religiöse Feste und Traditionen zu teilen. Diese persönlichen und familiären Erfahrungen haben meine Entscheidung maßgeblich beeinflusst.
Mir ist bewusst, dass dieser Schritt für manch einen überraschend oder vielleicht auch schwer nachvollziehbar ist. Dennoch bitte ich darum, meine Entscheidung zu respektieren und mir weiterhin wohlwollend zu begegnen. Mein Weg ist das Ergebnis einer intensiven persönlichen Auseinandersetzung und entspringt einer tiefen inneren Überzeugung.
Gleichzeitig ist es mir ein großes Anliegen zu betonen, dass mir die Ökumene weiterhin sehr am Herzen liegt. Auch als Mitglied der katholischen Kirche sehe ich mich als jemand, der Brücken bauen möchte. Gerade in unserer Region wird Ökumene bereits aktiv gelebt, indem evangelische und katholische Gemeinden in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten und gemeinsam Glauben erfahrbar machen. Dieses Miteinander halte ich für sehr wertvoll und möchte mich auch künftig dafür einsetzen, dass das Verbindende zwischen den Konfessionen gestärkt und weiter ausgebaut wird.
Zusammenfassend ist dieser Schritt für mich das Ergebnis eines langen, ehrlichen und von Gott begleiteten Weges, auf dem ich zu der Überzeugung gelangt bin, meinen Glauben in der katholischen Kirche weiterzuleben und zu vertiefen. Dabei vertraue ich darauf, dass Gott mich weiterhin führt und stärkt, egal wohin mein Weg mich trägt. In diesem Sinne begleitet mich auch ein Gedanke, der gut zu meiner Entscheidung passt: „Gott führt jeden auf seinen eigenen Weg, aber alle Wege sind in ihm vereint.“
Vergelts Gott euer Mathias